Unvereinbarkeit. Die Kirche ringt um die richtigen Haltungen

 
 
 

Was wurde beschlossen?

Ein klares Zeichen.
Die Süddeutsche Jährliche Konferenz der EmK hat beschlossen: Wer sich öffentlich für extremistische, menschenfeindliche Organisationen engagiert, steht im Widerspruch zu den Grundsätzen dieser Kirche.
In einem zweiten Schritt wurde die AfD in ihrer heutigen Form konkret benannt.
Das ist kein Ausschluss von Menschen. Es ist eine Aussage über Inhalte.

Der entscheidende Unterschied

Identität und Haltung sind nicht dasselbe.
Wir wollen Menschen nicht ausschließen. Nicht aufgrund ihrer Identität, ihres Aussehens oder Herkunft.
Wir stellen uns klar gegen Haltungen, die die Würde von Menschen missachten und in Frage stellen.
Es geht um Haltungen. Und Haltungen können sich verändern.

Haltungen benennen

Identität und Haltung sind nicht dasselbe.
Menschen sind mehr als ihre politischen Überzeugungen.
Mehr als ihre Ängste. Mehr als die Entscheidungen, die sie getroffen haben.
Es geht nicht darum, Menschen abzuschreiben.
Es geht darum, Haltungen zu benennen, die anderen Menschen ihre Würde nehmen. Und Haltungen können sich verändern.
Der Kern des Evangliums: Veränderung ist möglich. Umkehr ist möglich.
Für alle. Für dich und für mich.

Was die Kirche sagt

Menschenwürde ist nicht verhandelbar.
Die sozialen Grundsätze der EmK sind eindeutig:
Jeder Mensch trägt die Würde des Ebenbildes Gottes.
Programme, die diese Würde für bestimmte Gruppen in Frage stellen – ob aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, sexueller Identität oder Religion – widersprechen diesem Fundament.
Das ist keine politische Meinung. Das ist theologische Grundlage.

Wo steht Jesus?

Wenn Identitäten ausgegrenzt werden: In der Bibel ist Jesus immer wieder dort zu finden, wo Menschen ausgegrenzt werden.
Bei der Samariterin. Beim Zöllner. Beim Aussätzigen.
Wenn Kirche etwas von Jesus gelernt hat, dann das: Wer Menschen aufgrund ihrer Identität ausgrenzt, findet Jesus nicht auf seiner Seite. Jesus steht vielmehr auf der Seite der Ausgegrenzten.

Die Einladung

Willkommen sind alle, die alle willkommen heißen. Offen für Menschen. Klar in der Haltung. Diese Kirche will ein Ort für alle sein. Ja, auch für Menschen, die aus Angst, aus Enttäuschung oder aus Protest mit der AfD sympathisieren oder sie gewählt haben. Die Tür ist offen.
Aber: Es gibt keinen neutralen Raum.
Und genau deshalb müssen wir klar sagen, welche Haltungen hier gemeinsam in Frage gestellt werden müssen.

Wir stehen auf eurer Seite

Queere Menschen. Menschen mit Migrationsgeschichte. Menschen, deren Würde von der AfD täglich in Frage gestellt wird.
Diese Kirche sagt: Ihr gehört dazu. Nicht trotzdem – sondern weil ihr seid, wer ihr seid. Eure Identität ist kein Problem, das gelöst werden muss.
Sie ist ein Geschenk.
Und wenn eine (politische) Bewegung das bestreitet, dann bestreitet sie das Ebenbild Gottes in euch. Das können wir nicht schweigend hinnehmen.

Eine Kollaboration von @lev.kollektiv und @barista_pastor

Der Beschluss

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) fällt durch gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit auf. Daher ist eine aktive Mitarbeit in oder öffentliche Unterstützung dieser Partei unvereinbar mit einer Gliedschaft oder gar gleichzeitigen aktiven Mitarbeit in Gemeinden der SJK und daher wie unter Anhang 4 zum Bericht des SJKV zu behandeln.

Unvereinbarkeit von kirchlichem Engagement und Unterstützung extremistischer Parteien und Vereine

Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) gründet ihr Handeln auf die Lehre und das Leben Jesu Christi und bekennt sich zur Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen. In dieser Haltung begegnen wir allen Menschen mit Achtung, widersprechen jedoch Überzeugungen und Handlungen, die unseren christlichen Grundwerten entgegenstehen. Ein kirchliches Engagement ist unvereinbar mit der aktiven Unterstützung von Parteien oder Vereinen, die in ihren Überzeugungen und Handlungen den Sozialen Grundsätzen und den zentralen Werten unseres Glaubens widersprechen.

MENSCHENWÜRDE

Jeder Mensch ist nach Gottes Bild geschaffen. Wer in der EmK Glied oder Angehörige/Angehöriger ist, verpflichtet sich zur Achtung dieses Wertes. Eine abwertende und verachtende Haltung gegenüber bestimmter Menschengruppen ist damit unvereinbar

ABLEHNUNG VON RASSISMUS UND ANTISEMITISMUS

Die EmK tritt jeder Form von Ausgrenzung und Diskriminierung entgegen. Ein Engagement in Organisationen, die rassistische oder antisemitische Positionen vertreten, schließt ein Haupt-/Ehrenamt in der EmK aus.

SOLIDARITÄT MIT MIGRANTINNEN/MIGRANTEN UND GEFLÜCHTETEN

Unsere Kirche bejaht die Rechte Schutzsuchender. Eine Politik der Entmenschlichung, der Verweigerung von Grundrechten und systematischen Abwertung von Geflüchteten steht im grundlegenden Widerspruch zum christlichen Zeugnis.

KIRCHLICHE VERANTWORTUNG UND INTEGRITÄT

Amtsträgerinnen und Amtsträger haben eine Vorbildfunktion. Engagement, das den christlichen Grundwerten widerspricht, untergräbt die Glaubwürdigkeit kirchlicher Leitung und verletzt ihre Integrität.

DER BESCHLUSSANTRAG

„Gliedschaft und Angehörigkeit, insbesondere die Ausführung öffentlicher Ämter und Funktionen in der Evangelisch-methodistischen Kirche, sind unvereinbar mit gleichzeitigen Auftritten, Mandaten oder aktiver Unterstützung extremistischer Parteien oder Vereine.“

KONSEQUENZ FÜR DIE PRAXIS

Einzelfallprüfung: Die Umsetzung erfolgt für Pastorinnen und Pastoren auf der Grundlage der Disziplinarordnung und auf Gemeindeebene gemäß der geltenden Kirchenzuchtordnung (VLO).

Ziel: Schutz einer inklusiven Gemeinschaft, die an Gerechtigkeit und Frieden arbeitet, statt an deren Zersetzung.

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‘Müde’ beschreibt es kaum