Die Seele empfindsam halten

 
 
 

Es geht: Die Seele zumüllen. Mit "einfach zu viel". Zu viel. Zu schnell. Zu laut. Zu hart.

Ohne Pause, immer weiter. Ohne innehalten liefern. Ohne hinterfragen machen. Keine ruhige Minute.

Die Seele braucht Raum. Zeit. Ruhe. Durchatmen. Empfindungen.

Die Seele braucht leise, sinnliche Momente.

Sie braucht Schönheit - nicht Glanz und Gloria, mehr diese tiefe Schönheit, die sich im Zerbrechlichen, Zerbrochenen, Empfindsamen zeigt.

Ein Berg. Meer. Ein Gedicht. Ein Lied. Ein Wort. Ein Sonnenstrahl. Ein Stuhl. Einfachheit. Ein Gegenüber. Verlassenheit.

Im ersten Testament sprechen die Psalmbetenden immer wieder von ihrer Seele.

"Meine Seele singe", "Meine Seele hat Sehnsucht nach dir G*tt". Diese Seele, hebräisch Nefesch, bedeutet aber auch Atem, Leben, Kehle, Person.

All das. Also das Leben, den Atem, die Person empfindsam halten. Um das Leben zu spüren. Um G*tt zu begegnen. Um achtsam für das hier und jetzt zu sein.

Ich atme ein und atme aus. Spüre das Leben fließen. Durch mich hindurch. Und setze meine Hoffnung in die Empfindsamkeit. Und meine Hoffnung ist, dass die Seele dabei keinen schaden nimmt, sondern lebt.

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Die Sache mit der Liebe